LIFESTYLE, PERSÖNLICHES

Are we brainwashed ? Meine Gedanken zu Essena O’Neill und Social Media

Vor knapp einer Woche sorgte der Instagram Star Essena O’Neill für Furore im Internet. Die junge Australierin gab in einem sehr persönlichen V-Log bekannt, dass sie sich von der beliebten Social Media Plattform Instagram abwendet. Der Grund: Das soziale Netzwerk habe ihr Selbstbild zerstört, und die Plattform vermittle ein unrealistisches Bild vom echten Leben. Ist das so?

Essena O’Neill verabschiedet sich von Instagram

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Essene O’Neill ist eine blutjunge 18 jährige Australierin, die mit bezahlten Instagram-Posts ihren Lebensunterhalt verdient. Im Mittelpunkt ihrer Beiträge, stehen Sie und ihr „perfektes„ Aussehen. Mit Fotos am Strand, beim Sport oder tollen Events, verkauft sie einen Lebensstil, der für viele junge Mädchen erstrebenswert scheint. Das Problem dabei? Es ist nicht real, wie Essena nun verkündet.

Nun hat O’Neill knapp 2000 Fotos von ihrer Instagram Wall gelöscht und die verbleibenden 90 Bilder mit echten Captions editiert. Wo vorher etwas wie „perfect morning by the beach“stand, steht nun die wahre Geschichte hinter dem Foto. Dass sie sich für ein Instagram Bild stundenlang gestyled hat, 30 verschiedene Aufnahmen gemacht hat und es so lange bearbeitet hat, damit möglichst viele Leute es liken. Sie mit ihren Likes wertschätzen. 

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Heute Morgen war mein Facebook Feed voll von News, die über O’Neills Entscheidung berichten und auch der Guardian hat das Thema Instagram angerissen. Ich muss zugeben, dass ich Essena vor dieser Nachrichtenflut nicht kannte, mich aber gut mit dem Zwang der Selbstdarstellung auf Instagram identifizieren kann.

Ich weiß noch genau, als ich mir Instagram vor knapp 4 Jahren heruntergeladen habe. Damals war die App eine nette neue Plattform Bilder mit Filtern zu versehen und diese mit seinen Freunden zu teilen.  Im Laufe der Zeit wurde die Plattform immer größer und vor ca. zwei Jahren erkannten auch die Unternehmen, wie mächtig Instagram sein kann. Seitdem gibt es Tausende verschiedene Apps, um seine Bilder perfekt zu bearbeiten, sein Gesicht dünner zu machen, die Brüste größer und den Hintergrund aufzuhellen. Der Druck, schöne Fotos hochzuladen wurde immer größer, denn man möchte Likes generieren, mehr Follower haben, Instagram- und Facebook-famous sein. Schwuppdiwupps ist man in einer Abwärtsspirale der sozialen Akzeptanz gefangen, die absolut nicht real ist.  Die Bilder werden inszenierter, das Frühstück wird perfekt drapiert und irgendwann ist das jetzige Handy nicht mehr gut genug um Fotos für Instagram zu machen. Der Konsumzwang kommt ins Spiel.

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Wer ist schuld?

Ich bin jetzt 27, gehöre laut Definition zwar noch zu den „Digital Natives“, habe meine Kindheit ohne Smartphone und Tablet verbracht. Mein sozialer Druck nach Perfektion kam nur aus meinem Freundeskreis und nicht aus der digitalen Welt voller anonymer Accounts. Ich kann mir gut vorstellen, dass wenn ich selbst schon manchmal den sozialen Druck der Perfektion spüre, es für junge Mädchen noch viel schwieriger sein muss, die mit den sozialen Medien aufgewachsen sind.

Aber sind Instagram, Facebook und Co. alleine schuld? Ich glaube NEIN, denn wir konstruieren unsere Realität selbst und wir sind diejenigen, die den Plattformen so viel Macht über unseren Selbstwert geben. Früher waren es die Models in den Zeitschriften, von denen wir wissen, dass sie gephotoshoped sind.  Nun sind es Youtube Stars und Beach Babes auf Instagram, die in der „genetic Lottery“ gewonnen haben, wie O’Neill es beschreibt. Ich entscheide mich doch freiwillig dafür, mein Frühstück perfekt zu drapieren, es mit Filtern zu verschönern und mit einem motivierenden Sätzchen auf Instagram hochzuladen. Ich bin ein Teil dieser Bewegung und somit auch Schuld an meiner Selbstwahrnehmung aber auch Schuld, dass andere es mir gleichtun und eventuell darunter leiden.

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Der Druck auf Mädchen und junge Frauen wird immer größer und er findet nicht nur mehr in Zeitschriften statt, sondern auf Instagram, Facebook und Pinterest, wie Maddie es in ihrem Beitrag beschrieben hat.

Das größte Problem, meiner Meinung nach ist aber, dass wir in dieser virtuellen Welt einfach nicht wissen, ob etwas real ist oder es sich um einen bezahlten Beitrag handelt. In den Zeitschriften erkennt man auf einen Blick, ob es sich um Werbung handelt. Advertorials sind mit einem Sternchen gekennzeichnet. Bei Instagram und Facebook ist dies oftmals nicht der Fall. Trinkt sie den Shake jetzt, weil er lecker ist, oder weil ihr jemand 2000 $ dafür gezahlt hat das Produkt zu bewerben. Ist dieser Lippenstift wirklich ihr Lieblingsprodukt oder hält sie ihn nur für den Affiliatelink in die Kamera?

Ich finde es ist nichts falsch daran, Geld mit Instagram zu verdienen. Ich fotografiere selbst sehr gerne und habe einen Blog mit dem ich ab und an etwas Geld verdiene. Man sollte diese Beiträge aber kennzeichnen, damit junge Frauen, es nicht als erstrebenswertes Ziel sehen, 45 kg zu wiegen und ihr gesamtes Taschengeld in Designerkleidung zu investieren. Ich stelle auch nur Produkte vor, die ich wirklich toll finde und auch meinen Freunden empfehlen würde. Ein Foto wird doch nicht unmotivierender oder hässlicher, wenn man dazu schreibt, dass es #sponsored ist. Vor allem sollte man aber sein eigenes Leben wertschätzen und nicht nach etwas streben, dass einfach nicht real ist! 

#keepitreal

Fotoquellen: 1,2,3,4,5,6,7


1 Comment

  • Reply Conclusio zu Essena O’Neill | die bloggerin 4. November 2015 at 16:50

    […] und sind jetzt eine Weile total “real”, wieder andere thematisieren die grundsätzliche Problematik nicht gekennzeichneter Sponsered Posts oder fordern uns auf generell etwas mehr darüber nachzudenken, was die Medien mit uns und wir mit […]

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